PLEXIGLAS® & Acrylglas verarbeiten – der Ratgeber
Praxiswissen aus über 25 Jahren Kunststoffverarbeitung: Schneiden, bohren, kleben, polieren und mehr. Kompakt erklärt mit Werkzeug-Empfehlungen und typischen Stolperfallen – damit Ihr Acrylglas-Projekt auf Anhieb gelingt.
Verarbeitungs-Themen im Überblick
Wählen Sie ein Thema für detaillierte Anleitungen, Werkzeug-Tipps und typische Fehler beim Umgang mit PLEXIGLAS® und Acrylglas.
Plexiglas schneiden & sägen
Stichsäge, Kreissäge, CNC oder Laser – das richtige Werkzeug je nach Materialstärke und gewünschter Kantenqualität.
Plexiglas bohren ohne Risse
Welcher Bohrer für Plexiglas, welche Drehzahl und welcher Mindestabstand zur Kante – so bohren Sie sauber und rissfrei.
Plexiglas & Acrylglas kleben
ACRIFIX® richtig einsetzen, Unterschied XT vs. GS, wasserdichte Klebungen. Ideal für Hauben, Vitrinen und Sichtboxen.
Plexiglas reinigen & pflegen
Die richtigen Acrylreiniger – und welche Sie nie verwenden sollten. Plus: vergilbtes oder verwittertes Plexiglas wieder klar bekommen.
Polieren & Kratzer entfernen
Kratzer aus Plexiglas entfernen, Kantenpolitur, Flammpolieren. Von matt bis hochglanz – welche Methode passt.
Plexiglas biegen & verformen
Thermisches Abkanten mit Heizwendel, Heißluftfön oder Backofen. Richtige Temperatur für XT und GS.
Plexiglas befestigen
Abstandshalter, Schrauben, Klemmprofile oder Kleben. Befestigung an Wand, Balkon oder Geländer – mit und ohne Bohren.
Schutzfolie entfernen
Wann und wie die Schutzfolie ohne Rückstände abgezogen wird. Hinweise zur Lagerung und zu alten, eingebrannten Folien.
Die wichtigsten Profi-Tipps
Das Wichtigste auf einen Blick – diese Basics ersparen Ihnen typische Anfängerfehler.
Die PE-Schutzfolie schützt die Oberfläche vor Kratzern während Sägen, Bohren und Fräsen. Erst nach allen Bearbeitungsschritten abziehen.
Alkohol- und ammoniakhaltige Reiniger erzeugen Spannungsrisse und milchige Trübungen. Lauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel genügt meist.
Scharfe Sägeschnitt-Kanten brechen leicht. Vor dem Bohren oder Kleben die Kanten mit feinem Schleifpapier (240er Körnung) leicht anfasen.
PLEXIGLAS® XT (extrudiert) lässt sich gut mit der Stichsäge schneiden. GS (gegossen) liefert mit der Kreissäge und feinzahnigem Blatt deutlich sauberere Kanten.
Kunststoffbohrer mit flacherem Winkel, niedrige Drehzahl, geringer Vorschub. Mindestabstand zur Kante: doppelter Bohrerdurchmesser.
Plexiglas benötigt spezielle Lösungsmittel- oder Reaktionsklebstoffe. Sekundenkleber haftet schlecht und hinterlässt milchige Spuren.
Lieber fertigen lassen? Wir machen's für Sie.
Als Plexiglas-verarbeitender Fachbetrieb mit über 25 Jahren Erfahrung übernehmen wir komplette Fertigungsaufträge – millimetergenau nach Ihren Vorgaben.
Häufige Fragen zur Plexiglas-Verarbeitung
Kurze Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.
Womit kann ich Plexiglas schneiden?
Für dünne Platten bis 1 mm reicht ein Cuttermesser mit mehreren Ritz-Zügen und anschließendem Brechen an einer Kante. Für Stärken ab 2 mm eignet sich eine feinzahnige Stichsäge (Zahnteilung 2–3 mm). Bei dickeren Platten und GS-Material liefert eine Handkreissäge mit speziellem Kunststoff-Sägeblatt die saubersten Ergebnisse. Für Serien oder komplexe Formen lohnt der professionelle Zuschnitt per CNC oder Laser – unseren Zuschnitt-Service nutzen wir selbst an unserer Felder Kappa Automatic Plattensäge.
Welcher Bohrer eignet sich für Plexiglas?
Spezielle Kunststoffbohrer mit flachem Spitzenwinkel (60–90°) sind optimal. Alternativ funktionieren HSS-Metallbohrer, wenn Sie die Schneide etwas stumpfer nachschleifen. Wichtig sind niedrige Drehzahl (500–1.000 U/min), geringer Vorschub und ein Mindestabstand zur Plattenkante vom doppelten Bohrerdurchmesser – sonst reißt die Platte. Beim Bohren durch die Schutzfolie arbeiten, das reduziert Kratzer am Bohrrand.
Was ist der Unterschied zwischen PLEXIGLAS® XT und GS?
PLEXIGLAS® XT ist extrudiertes Material: günstiger, gleichmäßige Stärke, gut zu tiefziehen und zu biegen. Ideal für Standardanwendungen und Werbetechnik. PLEXIGLAS® GS ist gegossen: höhere optische Qualität, bessere Polierbarkeit, besser zum Kleben, Fräsen und spanenden Bearbeiten geeignet. Bei Sichtanwendungen, Vitrinen und hochwertigen Projekten greifen Sie zu GS. Beides führen wir als Zuschnitt nach Maß.
Mit welchem Kleber kann ich Plexiglas dauerhaft verbinden?
Für transparente, wasserdichte Verbindungen empfehlen wir den Reaktionsklebstoff ACRIFIX® 2R 2019 (2-Komponenten). Er bildet eine glasklare, UV- und witterungsbeständige Klebung. Für einfachere Verbindungen eignet sich der Lösungsmittelklebstoff ACRIFIX® 1R 0192. Beide Kleber führen wir im Shop. Silikon und Sekundenkleber sind ungeeignet – sie haften nicht dauerhaft auf PMMA.
Wie bekomme ich Kratzer aus Plexiglas entfernt?
Oberflächliche Kratzer lassen sich mit spezieller Acrylglas-Politur und einem weichen Poliertuch herauspolieren – in kreisenden Bewegungen, ohne Druck. Tiefere Kratzer benötigen vorheriges Schleifen mit feiner Körnung (800 → 1200 → 2000) und anschließendes Polieren. Bei großflächigen Schäden oder besonderen Anforderungen übernehmen wir die Kantenpolitur maschinell.
Darf ich Plexiglas mit Glasreiniger reinigen?
Nein. Glasreiniger enthalten meist Alkohol oder Ammoniak, die PLEXIGLAS® angreifen und Spannungsrisse sowie eine milchige Trübung verursachen. Empfehlung: lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel und ein weiches Mikrofasertuch. Bei hartnäckigen Verschmutzungen helfen spezielle Acrylreiniger aus unserem Shop.
Kann man Plexiglas ohne Bohren befestigen?
Ja, für viele Anwendungen geeignet: Abstandshalter mit Klebepads, Klemmprofile, Doppelklebeband oder transparente Silikon-Fixierung. Im Innenbereich oder für temporäre Lösungen (z.B. Hygieneschutz) funktioniert das zuverlässig. Für dauerhafte Außenanwendungen empfehlen wir mechanische Befestigung mit Abstandshaltern und Schrauben.
Wie kann ich Plexiglas biegen oder abkanten?
Für saubere Biegungen wird PLEXIGLAS® über eine Heizwendel örtlich erhitzt (XT: ca. 160 °C, GS: ca. 170 °C). Mit Heißluftfön auf niedrigster Stufe arbeiten, sonst entstehen Blasen. Hobbyisten können kleine Teile kurz im Backofen erwärmen. Für präzise Serien und komplexe Formen nutzen wir unser Thermoform-Verfahren.
Noch Fragen zu Ihrem Projekt?
Unser Team aus erfahrenen Kunststoffverarbeitern berät Sie persönlich – von der Materialwahl bis zur Umsetzung.