PLEXIGLAS® polieren & Kratzer entfernen
Acrylglas lässt sich wunderbar polieren – anders als Echtglas. Oberflächliche Kratzer verschwinden mit der richtigen Politur in wenigen Minuten, tiefere Kratzer erfordern etwas mehr Aufwand mit Schleifpapier und Polierpaste. Wir zeigen, welche Methode zu welchem Schaden passt und wann sich das Selbermachen lohnt – oder ob unsere professionelle Kantenveredelung die bessere Option ist.
Einer der großen Vorteile von PLEXIGLAS® gegenüber normalem Glas: Kratzer lassen sich auspolieren. Während zerkratztes Glas nur ausgetauscht werden kann, gibt PMMA das Material durch Nacharbeit wieder glasklar her. Der Aufwand hängt von der Kratzertiefe ab – von 2 Minuten mit Politurtuch bis zu einem längeren Projekt mit mehreren Schleifkörnungen.
Mit dem Fingernagel-Test: Nagel sanft quer über den Kratzer ziehen. Hakt er nicht ein, ist der Kratzer oberflächlich und lässt sich einfach herauspolieren. Hakt er ein, liegt ein tieferer Kratzer vor, der erst geschliffen und dann poliert werden muss. Bei ganz tiefen Schäden (Bleistift sinkt ein) lohnt sich Selbermachen meist nicht mehr.
Drei Methoden je nach Schadenstiefe
Oberflächliche Kratzer: Nur mit Politur
EinfachFür leichte Gebrauchsspuren, Fingerabdrücke und Mikrokratzer reicht eine spezielle Acrylglas-Politur (z.B. Burnus, Vuplex, Mer-lon) und ein weiches Baumwoll- oder Mikrofasertuch. Etwas Politur auf das Tuch, in kreisenden Bewegungen und mit leichtem Druck polieren. Nach 2–5 Minuten ist die Stelle wieder glasklar. Wichtig: Niemals Autowachs oder normale Politur aus dem Baumarkt – die enthalten oft Schleifkörper, die Acrylglas eher verschlimmern.
Tiefere Kratzer: Schleifen und polieren
MittelBei sichtbaren Kratzern, die der Fingernagel spürt, hilft das stufenweise Nassschleifen: Beginnen Sie mit 800er Körnung, wechseln dann auf 1200er, 2000er und abschließend 2500er Nassschleifpapier – immer mit Wasser geschmiert. Zwischen den Körnungen gründlich abspülen. Am Ende mit Acrylglas-Politur auf Hochglanz polieren. Das klingt aufwändig, funktioniert aber zuverlässig auch bei tiefen Kratzern. Für größere Flächen eignet sich eine Schleifmaschine mit Exzenterbewegung, aber niedrige Drehzahl halten – sonst entsteht Reibungswärme.
Flammpolieren (nur für Profis, nur bei Kanten)
ProfiMit einem Gas-Luft-Brenner (z.B. Wasserstoff-Sauerstoff) werden frisch gesägte Kanten kurz erhitzt – die Oberfläche schmilzt oberflächlich und erstarrt glasklar. Das Ergebnis ist eine spektakuläre, glasklare Kante ohne mechanisches Polieren. Nur für PLEXIGLAS® GS geeignet, XT neigt zu Spannungen. Für Laien gefährlich (offene Flamme, präzise Führung erforderlich) – überlassen Sie das uns oder anderen Fachbetrieben.
Profi-Tipps beim Polieren
- Nicht zu fest drücken. Viel Druck erzeugt Reibungswärme – das Material wird milchig statt klar. Lieber länger mit wenig Druck polieren.
- Immer erst gründlich reinigen. Staubkörner wirken beim Polieren wie neue Kratzer. Vorher mit Wasser und mildem Spülmittel säubern.
- Bei Maschinen-Polieren: niedrige Drehzahl. Exzenterschleifer oder Polierer auf maximal 1.500 U/min. Höher = schmilzt.
- Grenzen akzeptieren. Sehr tiefe Kratzer oder Risse sind nicht mehr sinnvoll herauszupolieren. Ab einer gewissen Tiefe lohnt sich ein Neuzuschnitt.
- Kantenpolitur ist eine eigene Disziplin. Geschnittene Kanten von PLEXIGLAS® werden für den Sichtbereich meist maschinell gefräst und anschließend poliert – das Ergebnis ist nicht mit einer händischen Politur vergleichbar.
Profi-Politur aus unserer Werkstatt
Für hochwertige Anwendungen – etwa Vitrinen, Displays oder Präsentationsteile – fertigen wir Kanten in Profi-Qualität: gefräst, geschliffen und hochglanzpoliert. Auch Reparaturen an vorhandenen Teilen möglich.
Material & Zubehör aus dem Shop
Polituren, neue Platten und unser komplettes Sortiment – direkt bestellbar.
Polituren & Zubehör
Acrylglas-Politur, Poliertücher, Schleifsets für Heimwerker
Zum Zubehör →PLEXIGLAS® Zuschnitte
Neue Platten nach Maß – inkl. optional polierter Kanten
Zum Konfigurator →PLEXIGLAS® Rohre
Rohre auf Wunschlänge mit polierten Kopfseiten
Zum Konfigurator →PLEXIGLAS® Rundstäbe
Rundstäbe auf Wunschlänge mit hochglanz-polierten Kopfseiten
Zum Konfigurator →Häufige Fragen zum Polieren
Wie entferne ich Kratzer aus PLEXIGLAS®?
Oberflächliche Kratzer: mit Acrylglas-Politur und weichem Tuch auspolieren. Tiefere Kratzer: nass schleifen mit Körnung 800, 1200, 2000, 2500 – dann polieren. Bei sehr tiefen Schäden lohnt sich meist ein Austausch.
Welche Politur für Plexiglas?
Nur spezielle Acrylglas-Polituren (Burnus, Vuplex, Mer-lon oder gleichwertige) – diese sind PMMA-verträglich. Kein Autowachs und keine Baumarkt-Politur, die enthält oft Schleifkörper, die Kratzer verschlimmern.
Wie bekomme ich tiefe Kratzer aus Acrylglas raus?
Stufenweise Nassschleifen mit 800er, 1200er, 2000er und 2500er Körnung, zwischendurch mit Wasser abspülen. Danach mit Acrylglas-Politur auf Hochglanz bringen. Dauer: ca. 30–60 Minuten pro betroffener Stelle.
Kann ich Plexiglas mit der Maschine polieren?
Ja, mit Exzenterschleifer oder Polierer bei niedriger Drehzahl (max. 1.500 U/min). Bei zu hoher Drehzahl entsteht Reibungswärme und das Material wird milchig statt klar.
Was ist Flammpolieren?
Eine Profi-Technik: Mit einem Gas-Luft-Brenner wird die Kante kurz erhitzt, die Oberfläche schmilzt und erstarrt glasklar. Nur bei PLEXIGLAS® GS geeignet. Für Laien gefährlich, deshalb besser von Fachbetrieben ausführen lassen – wie unserer Kantenveredelung.
Wie oft muss Plexiglas poliert werden?
Bei normaler Nutzung im Innenbereich gar nicht – nur bei sichtbaren Kratzern. Außenanwendungen vergilben mit den Jahren durch UV und können je nach Belastung alle paar Jahre aufgefrischt werden.
Funktioniert Zahnpasta bei Plexiglas-Kratzern?
Bedingt – Zahnpasta enthält feine Schleifpartikel und funktioniert bei sehr feinen Mikrokratzern ähnlich wie eine Politur. Für sichtbare Kratzer ist sie zu schwach, eine richtige Acrylglas-Politur ist immer die bessere Wahl.