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PLEXIGLAS® kleben – Kleber, Methoden & Tipps

PLEXIGLAS® und Acrylglas richtig zu verkleben ist anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick aussieht – aber mit dem passenden Kleber und der richtigen Technik gelingen glasklare, wasserdichte und dauerhaft belastbare Verbindungen. Wir verarbeiten seit über 25 Jahren ACRIFIX® und andere Spezialklebstoffe in unserer Werkstatt und teilen hier die wichtigsten Erkenntnisse aus der Praxis.

Welcher Kleber für welchen Zweck Hauben in Premium-Handarbeit Typische Fehler vermeiden

Der wichtigste Unterschied zum Kleben anderer Materialien: Acrylglas verträgt keine Standardkleber. Sekundenkleber hinterlässt milchige Spuren, Heißkleber hält nicht, und Silikon bildet keine echte Verbindung. Für dauerhafte, sichtbare und sogar wasserdichte Klebungen braucht es spezielle PMMA-Klebstoffe – und die gibt es in zwei Grundtypen: Lösungsmittel- und Reaktionsklebstoffe. Beide haben ihre Stärken.

Kurz vorab: Was ist PMMA?

PLEXIGLAS® ist ein Markenname für Acrylglas (Polymethylmethacrylat, PMMA) des Herstellers Röhm/Polyvantis. „Plexiglas", „Acrylglas", „PMMA", „Acrylplatte" meinen das gleiche Material. Beim Kleben spielt zusätzlich die Herstellungsart eine Rolle: GS (gegossen) lässt sich deutlich besser verkleben als XT (extrudiert) – GS ist weniger eigenspannungsbehaftet und nimmt den Kleber gleichmäßiger auf.

Welche Kleber eignen sich für PLEXIGLAS®?

Am besten bewährt haben sich die ACRIFIX®-Klebstoffe der Firma Röhm, die speziell für PMMA entwickelt wurden. Je nach Anwendung kommt einer von vier Typen zum Einsatz:

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ACRIFIX® 1R 0192 (Lösungsmittelklebstoff)

Für Einsteiger

Ein dünnflüssiger, glasklarer Klebstoff auf Lösungsmittelbasis. Wird mit einer feinen Dosierflasche oder Kanüle zwischen die beiden Klebeflächen gebracht und zieht durch Kapillarwirkung von selbst in die Fuge ein. Ideal für einfache, nicht belastete Verbindungen: Displays, Leuchtkästen, kleine Vitrinen. Die Klebung wird belastbar, erreicht aber nicht die Festigkeit eines Reaktionsklebstoffs. Anfängerfreundlich, weil Fehler meist unsichtbar bleiben.

VerbindungGlasklar
FestigkeitMittel
WasserdichtEingeschränkt
EinsatzInnenbereich
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ACRIFIX® 2R 0190 (2-Komponenten-Reaktionsklebstoff)

Profi

Ein 2-Komponenten-Reaktionsklebstoff mit höchster Festigkeit und optischer Qualität. Anders als Lösungsmittelklebstoffe bildet er eine chemische Reaktion mit dem PMMA und verschweißt die Teile quasi auf molekularer Ebene. Das Ergebnis ist eine glasklare, absolut wasserdichte und UV-beständige Verbindung. Unsere erste Wahl für hochwertige Anwendungen: Aquarien, Hauben, konstruktive Verklebungen. Verarbeitung erfordert mehr Know-how und zügiges Arbeiten, weil die Topfzeit begrenzt ist.

VerbindungGlasklar
FestigkeitSehr hoch
WasserdichtJa, dauerhaft
EinsatzAußen & Innen
⚗️

ACRIFIX® 117 oder Aceton (nur für Profis)

Nur Profis

Reines Lösungsmittel – es klebt nicht im eigentlichen Sinne, sondern löst die Oberfläche beider Teile an, die dann miteinander verschweißen. Wird bei präzisen Zuschnitten mit perfekt planen Kanten eingesetzt (z.B. beim Aquarienbau oder bei Vitrinen). Das Ergebnis: eine praktisch unsichtbare Fuge. Nachteil: Die Flächen müssen millimetergenau passen, sonst bleibt eine sichtbare Blase oder Kerbe. Aceton funktioniert ähnlich, ist aber aggressiver und liefert schlechtere Ergebnisse. Nichts für Einsteiger.

VerbindungUnsichtbar
FestigkeitHoch
PassgenauigkeitKritisch (< 0,1 mm)
EinsatzProfi-Werkstatt
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Silikon (nur als Dichtmasse, nicht als Kleber)

Achtung

Viele versuchen, Acrylglas mit Silikon zu kleben – das funktioniert nicht dauerhaft. Silikon haftet auf PMMA nur oberflächlich und löst sich mit der Zeit. Es eignet sich allenfalls als zusätzliche Dichtung (z.B. bei einer geschraubten Verbindung in einer Duschkabine), aber niemals als tragender Klebstoff. Wer Plexiglas „kleben ohne bohren" will, nutzt besser doppelseitiges Spezial-Klebeband oder einen Lösungsmittelklebstoff.

Als KlebstoffUngeeignet
Als DichtungMöglich
HaltbarkeitBegrenzt
EmpfehlungLieber ACRIFIX®
⚠ Diese Kleber funktionieren NICHT auf Acrylglas

Sekundenkleber (milchige Spuren), Heißkleber (keine Haftung), Kontaktkleber wie Pattex (trübe Klebefläche), normale Epoxid-Kleber (ungenügende Haftung auf glatter PMMA-Oberfläche), Holzleim (keinerlei Haftung). Bei diesen Klebstoffen ist die Verbindung entweder unhaltbar oder optisch ruiniert.

Schritt für Schritt: So kleben Sie PLEXIGLAS® richtig

Egal welchen Kleber Sie verwenden – dieser Ablauf entscheidet über Erfolg oder Frust:

  1. Kanten vorbereiten. Beide Klebeflächen müssen absolut plan und fettfrei sein. Sägekanten vorher polieren oder zumindest mit 400er Schleifpapier glatt schleifen. Je sauberer die Fuge, desto unsichtbarer die Klebung.
  2. Entfetten. Beide Flächen mit Isopropanol oder einem speziellen Acryl-Reiniger abwischen. Keine aggressiven Lösungsmittel verwenden – die erzeugen Spannungsrisse.
  3. Teile positionieren und fixieren. Vor dem Kleben die Teile mit Schraubzwingen oder Klebeband exakt in Endposition bringen. Einmal der Kleber drin, ist keine Korrektur mehr möglich.
  4. Kleber aufbringen. Bei Lösungsmittelklebstoff in die Fuge einlaufen lassen (Kapillarwirkung). Bei Reaktionsklebstoff dünn und gleichmäßig auf eine Fläche auftragen, dann zusammendrücken.
  5. Luftblasen vermeiden. Schräg ansetzen und langsam zusammenführen. Blasen lassen sich nachträglich nicht mehr entfernen.
  6. Aushärten lassen. Lösungsmittelkleber: 15–30 Minuten angezogen, 24 Stunden bis zur vollen Festigkeit. Reaktionskleber: je nach Typ 30 Minuten bis 2 Stunden Aushärtung.
  7. Schutzfolie erst danach abziehen. Die PE-Schutzfolie schützt die Oberfläche vor Klebstoffresten und Kratzern beim Hantieren.

Hauben in Premium-Handarbeit – unsere Spezialität

Seit über 25 Jahren fertigen wir Hauben, Vitrinen und Sichtschutze aus PLEXIGLAS® in reiner Handarbeit. Jede Klebekante wird einzeln vorbereitet, die Hauben werden blasenfrei verklebt und die Kanten anschließend auf Hochglanz poliert. Das Ergebnis: Produkte in einer Qualität, die industrielle Massenfertigung nicht leisten kann.

Reine Handarbeit

Jede Haube wird einzeln gefertigt, nicht aus der Maschine

Blasenfreie Verklebung

Perfekte Klebefugen ohne Einschlüsse oder Trübungen

Auf Hochglanz poliert

Alle Sichtkanten glasklar poliert – nicht nur gesägt

Individuelle Wunschmaße

Maße direkt eingeben und anfragen – wir fertigen nach Ihren Vorgaben

Ob als Schutzhaube für Maschinen, Modellvitrine, Tortenhaube oder Präsentationsbox – wir bauen Ihre Haube exakt nach Maß. Einfach Wunschmaße im Konfigurator eingeben oder uns direkt anfragen.

Spezialfall: Wasserdicht kleben

Für wasserdichte Verbindungen – etwa bei Aquarien, Terrarien, Fischbecken oder Freiluft-Anwendungen – führt kein Weg an einem 2-Komponenten-Reaktionsklebstoff wie ACRIFIX® 2R 0190 vorbei. Er verschweißt das Material chemisch und bleibt dauerhaft dicht. Wichtig: Die Klebefugen müssen absolut sauber und vollständig benetzt sein; jede Luftblase wird später zur undichten Stelle. Für ambitionierte Projekte wie Aquarien empfehlen wir, die Fertigung einem Fachbetrieb zu überlassen – zu hoch ist das Risiko, dass die Verbindung irgendwann undicht wird und das Wasser austritt.

Typische Fehler beim PLEXIGLAS®-Kleben

Die häufigsten Probleme beim Acrylglas-Verkleben – und was Sie dagegen tun können:

⚠ Milchige Schlieren in der Klebefuge

Ursache: Sekundenkleber oder falscher Klebstoff. Lösung: ACRIFIX® verwenden, Fuge mechanisch abschleifen und neu kleben.

⚠ Luftblasen in der Klebefuge

Ursache: zu schnelles Zusammenführen, zu dicker Kleber. Lösung: Langsam und schräg ansetzen, dünner auftragen, bei Kapillarkleber die Teile in V-Form zusammenführen.

⚠ Klebung löst sich nach Wochen

Ursache: Silikon oder normaler Kleber statt PMMA-Kleber. Lösung: Immer ACRIFIX® oder vergleichbare Spezialklebstoffe verwenden.

⚠ Spannungsrisse an der Klebefuge

Ursache: Lösungsmittelklebstoff auf gestresster Kante (scharfe Sägekante). Lösung: Kanten vor dem Kleben polieren oder mit 400er Schleifpapier brechen.

⚠ Teile rutschen während der Aushärtung

Ursache: keine Fixierung. Lösung: Vor dem Kleben mit Schraubzwingen, Klebeband oder Montage-Hilfen exakt in Position bringen.

⚠ Kleber sichtbar als milchige Ränder

Ursache: überschüssiger Kleber aus der Fuge gequollen. Lösung: Beim Lösungsmittelkleber nicht zu viel einlaufen lassen, bei Reaktionskleber Ränder im noch weichen Zustand mit einem Kunststoffspachtel abziehen.

Zu anspruchsvoll für Selbermachen? Wir verkleben für Sie.

Von der einfachen Acrylglas-Box bis zur komplexen Sonderanfertigung: Wir verkleben PLEXIGLAS® in Profi-Qualität – glasklar, blasenfrei, wasserdicht. Teilen Sie uns Ihre Anforderungen mit, wir beraten Sie zu Kleber-Auswahl und Konstruktion.

Häufige Fragen zum PLEXIGLAS®-Kleben

Womit kann ich PLEXIGLAS® kleben?

Für dauerhafte, sichtbare Verbindungen unbedingt einen Spezialklebstoff für PMMA verwenden. Die beste Wahl sind ACRIFIX®-Klebstoffe: ACRIFIX® 1R 0192 für einfache Verklebungen (Lösungsmittelbasis) und ACRIFIX® 2R 0190 für anspruchsvolle, wasserdichte Verbindungen (2-Komponenten-Reaktionsklebstoff). Sekundenkleber, Heißkleber, Holzleim und Silikon sind ungeeignet. Unseren Klebstoff-Bedarf führen wir im Shop.

Kann ich Acrylglas mit Silikon kleben?

Nein, nicht dauerhaft. Silikon haftet auf PMMA nur oberflächlich und löst sich mit der Zeit. Es eignet sich als zusätzliche Dichtung (z.B. in Duschkabinen neben einer mechanischen Befestigung), aber niemals als tragende Klebung. Für dauerhafte Verbindungen immer ACRIFIX® oder vergleichbare PMMA-Klebstoffe verwenden.

Welcher Kleber ist wasserdicht für Acrylglas?

Für wasserdichte Verbindungen – etwa bei Aquarien, Terrarien oder Außenanwendungen – eignet sich ausschließlich ein 2-Komponenten-Reaktionsklebstoff wie ACRIFIX® 2R 0190. Er reagiert chemisch mit dem PMMA und bildet eine dauerhafte, dichte Schweißnaht. Lösungsmittelklebstoffe und erst recht Silikon sind nicht dauerhaft wasserdicht.

Kann ich PLEXIGLAS® mit Aceton kleben?

Technisch möglich, aber nur etwas für Profis. Aceton löst die Oberfläche beider Teile an, die dann miteinander verschweißen. Das Ergebnis kann bei perfekten Passkanten beeindruckend sein – bei Unebenheiten bildet sich aber sofort eine milchige Trübung oder Blase. Für Heimanwender empfehlen wir ACRIFIX® 1R 0192, das dasselbe Prinzip nutzt, aber deutlich anwenderfreundlicher ist.

Wie kann ich PLEXIGLAS® ohne Bohren befestigen?

Neben dem klassischen Verkleben mit ACRIFIX® gibt es mehrere Möglichkeiten: Doppelseitiges Spezial-Klebeband (z.B. von 3M für transparente Materialien), Klemmprofile oder Abstandshalter mit Klebepads. Für sichtbare Anwendungen ist das Verkleben mit ACRIFIX® die ästhetischste Lösung. Zum Befestigungs-Zubehör geht's hier.

Warum wird meine Klebefuge milchig?

Häufigste Ursache: falscher Klebstoff (Sekundenkleber, Heißkleber oder normaler Alleskleber). Diese reagieren mit dem PMMA und hinterlassen weiße Trübungen. Die milchige Stelle lässt sich kaum noch retten – Teile auseinandernehmen, Klebestellen mechanisch abschleifen und mit ACRIFIX® neu verkleben. Zweithäufigste Ursache: Luftblasen in der Fuge. Prävention: langsam und schräg zusammenführen.

Kann ich selbst eine Haube aus PLEXIGLAS® kleben?

Grundsätzlich ja – mit dem richtigen Kleber (ACRIFIX® 2R 0190) und sauberer Vorarbeit. Allerdings sind die Ansprüche hoch: Die Kanten müssen perfekt plan sein, blasenfreies Verkleben erfordert Übung, und für sichtbare Hauben werden die Klebekanten meist nachträglich poliert. Wenn es auf Qualität ankommt (z.B. bei Präsentationshauben, Vitrinen, Tortenhauben), ist unsere Premium-Haube nach Maß meist die bessere Lösung – handwerklich gefertigt, blasenfrei und hochglanzpoliert.

Wie lange muss ein Klebstoff aushärten?

Lösungsmittelklebstoffe (ACRIFIX® 1R 0192): nach 15–30 Minuten handhabbar, volle Festigkeit nach 24 Stunden. 2-Komponenten-Reaktionsklebstoffe (ACRIFIX® 2R 0190): je nach Typ 30 Minuten bis 2 Stunden, Endfestigkeit nach 24 Stunden. Bei wichtigen Verbindungen lieber über Nacht aushärten lassen, bevor die Konstruktion belastet wird.